| Wiesen/Sterzing- Pfunderer
Joch- Vintl - St. Virgil
St. Virgil-Pederühütte- Faneshütte- Fanesalm-
St. Kassian- Campill- Schlüterhütte
Schlüterhütte-Brogleshütte- St. Peter bei Lajen-
Seiseralm
Fast hätte es diesmal geklappt, dass alle 8 angemeldeten
Biker auch an der Tour teilnehmen. Doch beim Fahrradverladen
teilte uns Wolfgang Forster absolut kurzfristig mit, dass
er aus privaten Gründen nicht mitkommen konnte. Schade.
Diesmal hatten wir für die Fahrt eine geniale Lösung:
Beim Autoverleih mieteten wir einen Mercedes Sprinter mit
9 Sitzplätzen und die Räder passten durch das optimale
Schlichten von Thomas auch noch rein. In gut 4 Stunden erreichten
wir unseren Ausgangsort Wiesen bei Sterzing.
Wir, d.h. Bernhard Schultes(Mausebepperle), Matthias Oeppling,
Michael Rack, Peter Puff, Richard Jäger und ich. Nachdem
Richard noch die letzten Montagearbeiten an seinem Rad erledigt
hatte, ließen wir mit Pizza und Wein den Abend ausklingen.
Donnerstag 8 Uhr ging es dann endlich bei Traumwetter los
– durchs Pfitscher Tal und zu unserem ersten Highlight
- das Pfundererjoch, höchster Punkt der Tour mit 2568m.
Aber erst mal hieß es ab Gossensaas Schotterpisten mit
anhaltender, anstrengender Steigung und fast ohne Ruhepassagen
zu bewältigen, 300 Höhenmeter unterm Joch wurde
dann der Schotterweg zu einem steinigen Pfad. Mit mehr oder
weniger Schieben erreichten wir das dicke Schneefeld am Joch.
Die herrliche Aussicht belohnte uns für alle Mühen.
Bergab mussten wir nur kurz durch den Schnee und zu steiles
Gelände schieben, doch dann hatten wir eine schöne
und anspruchsvolle Abfahrt die zum größten Teil
auch fahrbar war. An der Weitenbergalm gönnten wir uns
ein Mittagessen, bevor wir weiter ins Pustertal nach Vintl
abfuhren. Der zweite Teil der Tagesetappe war die Verbindung
von Vintl nach St. Virgil, dass uns noch mal 700 Höhenmeter
kostete. In der Pfarre Enneberg oberhalb von St. Virgil fanden
wir ein kleines Gasthaus mit wunderbarem Ausblick und einem
üppigen Abendessen. Blöderweise hatte ich mir an
einem Eiscafè beim 2.Stop den Magen verdorben und mir
war hundeelend! Aber die Kollegen zwängten mein Essen
auch noch mit rein. An diesem Tag schafften wir 2300 Höhenmeter
und 70 km.
Am nächsten Morgen saßen wir schon viel früher
im Sattel, denn es waren für den späten Nachmittag
Gewitter angesagt. Bei herrlichem Wetter radelten wir erst
mal gemütlich hinauf zur Pederühütte und von
da an gings wieder zur Sache: steile Schotterpisten bis hinauf
zur Faneshütte, die in einer wunderschönen Nationalparklandschaft
liegt. Nach einer kurzen Pause folgte die Auffahrt zum Limojoch
und weiter über die Hochfläche Richtung St. Kassian.
An der Abbruchkante mussten wir dann leider erst mal wieder
mehrere Höhenmeter bergab schieben bis der Weg wieder
fahrbar wurde. Die Abfahrt zum mondänen St. Kassian hatten
wir im nu hinter uns und gönnten uns bei sommerlichen
Temperaturen ein Mittagessen. Für die kommende Nacht
hatte ich ein Lager auf der Schlüterhütte reserviert.
Vorsichtshalber, denn meine Devise lautete, wenn das Wetter
zu schlecht wird oder wir zu viele Pannen hätten, würden
wir schon vorher übernachten. Zumal ich den folgenden
Abschnitt nicht kannte und nicht hundertprozentig wusste,
was auf uns zukommen würde.
Von St. Kassian umrundeten wir die Kreuzkofelgruppe und ab
Pedraces galt es noch einen Berg nach Campill zu überwinden.
Leider entpuppte er sich steiler und länger als gedacht,
aber trotzdem waren wir schon um 15 Uhr in Campill. Die Frage
lauteten: sollten wir noch hoch zur Schlüterhütte
oder übernachten wir hier, hält das Wetter oder
geraten wir in ein Gewitter? Aber irgendwie wollten alle weiter
und so packten wir halt noch mal 1000 Höhenmeter. Der
ansässige Wirt meinte noch, es wären unterwegs genügend
Heuhütten zum unterstellen und gute Radler bräuchten
nur 1 ½ Stunden. Also dann! Wie jedes Mal wurde es
wieder tierisch steil, aber doch gut fahrbar. Meine Verschnaufpausen
wurden dann halt doch länger und die Kollegen mussten
warten. Aber irgendwie schraubt man sich höher und höher.
Außerdem blühten die Wiesen wunderschön und
die Aussicht war auch traumhaft. Kurz unterm Kreuzkofeljoch,
20 min. vor der Hütte erwischte uns dann doch noch das
schlechte Wetter. Zum Glück war tatsächlich ein
Heuschober parat und nach einer halben Stunde hatte sich der
Regen verzogen. Unterhalb den Kreuzkofeljochs (2344m) lag
wunderschön endlich die Schlüterhütte. Leider
bekamen wir das volle Bergpanorama mit den Geisslerspitzen
nicht oder nur vage zu Gesicht, denn die Berge waren in Wolken.
Der Hüttenwirt begrüßte uns gleich freundlich
und im Freiausschank stießen wir erst mal auf unsere
super Leistung an! Immerhin schafften wir über 2500 Hm
und 65 km. Ich war jedenfalls glücklich. Eine andere
Bikergruppe hatten einen Verletzten – Nasenbeinbruch
und Schürfwunden und fuhr trotzdem weiter. Das blieb
uns zum Glück erspart.
Der nächste Morgen zeigte sich leider mit wolkenverhangenen
Bergen- der Wetterbericht sagte aber erst wieder für
den Spätnachmittag Gewitter an. Unsere Tagesetappe ist
ein Teilstück der „Ronda Grande“ –
eine harte MTB-Runde durch die Dolomiten. In der Beschreibung
war schon manchmal die Rede von Schiebestücken, aber
dass es dann so krass wurde, hätte ich nicht gedacht.
Was müssen das für Biker sein, die sich so was ausdenken!
Von der Schlüterhütte geht es erst mal ein paar
Kilometer auf Schotter bergab, dann an der „Glatsch
Alm“ steil hoch bis man zum „Adolf-Munkel-Weg“
kommt – und der zieht sich traumhaft an der Bergkette
der Geissler Spitzen bis zur „Broglesalm“ bzw.
„-sattel“ entlang. Nur waren die Schiebestücke
doch zu heftig. Ab dem Sattel wird es dann besser. Es folgte
ein kilometerlanger Panoramaweg, bei dem die Berge leider
nur teilweise zu sehen waren. Ab der „Hl. Kreuz-Kapelle“
oberhalb St. Ulrich hieß es noch ein „steinernes
Meer“ zu bewältigen und die Abfahrt nach St. Peter
war dann noch richtig schön. Aber leider nicht für
Mathias, denn seine Scheibenbremsen gaben den Geist auf. Für
ihn war damit die Tour zu Ende und er fuhr im Tal entlang
nach Kastelruth.
Wir hatten aber noch einen Aufstieg zur „Seiser-Alm“
durch die „Pufler Schlucht“ zu stemmen. Und wieder:
Kurz vorm Ziel erwischte uns der Gewitterregen. Doch eine
halbe Stunde später konnten wir eine 2 Personen Hütte
und Mansardenzimmer im Gasthof „Ritsch-Schweige“
zu einem super Halbpensionsradlerpreis beziehen. Außerdem
durften wir die Sauna mit Wasserfalldusche benutzen und das
Essen war hervorragend! An diesem Tag schafften wir ca 1600
Hm.
Bei der allabendlichen Etappenbesprechung beschlossen wir,
am nächsten Tag nach Kastelruth ab zu fahren und nicht
wie ursprünglich geplant noch den „Schlern“
mit zu nehmen. Das Wetter wurde noch unbeständiger, die
Abfahrten würden durch den Regen noch schwieriger werden
und und und. Letztendlich war es die richtige Entscheidung,
denn bei der Abfahrt von der Seiser Alm bewölkte sich
der Berg zusehends.
In Kastelruth trafen wir auf Matthias und wieder auf Richard,
der sich am Anfang der Tour bereits verabschiedet hatte und
uns einen privaten Abholservice bietete. Perfekt.
Am späten Nachmittag erreichten wir wohlbehalten Weiden.



|