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Mountainbiketour durch die Dolomiten vom 9.-13.07.08
 

Wiesen/Sterzing- Pfunderer Joch- Vintl - St. Virgil
St. Virgil-Pederühütte- Faneshütte- Fanesalm- St. Kassian- Campill- Schlüterhütte
Schlüterhütte-Brogleshütte- St. Peter bei Lajen- Seiseralm


Fast hätte es diesmal geklappt, dass alle 8 angemeldeten Biker auch an der Tour teilnehmen. Doch beim Fahrradverladen teilte uns Wolfgang Forster absolut kurzfristig mit, dass er aus privaten Gründen nicht mitkommen konnte. Schade.
Diesmal hatten wir für die Fahrt eine geniale Lösung: Beim Autoverleih mieteten wir einen Mercedes Sprinter mit 9 Sitzplätzen und die Räder passten durch das optimale Schlichten von Thomas auch noch rein. In gut 4 Stunden erreichten wir unseren Ausgangsort Wiesen bei Sterzing.
Wir, d.h. Bernhard Schultes(Mausebepperle), Matthias Oeppling, Michael Rack, Peter Puff, Richard Jäger und ich. Nachdem Richard noch die letzten Montagearbeiten an seinem Rad erledigt hatte, ließen wir mit Pizza und Wein den Abend ausklingen.
Donnerstag 8 Uhr ging es dann endlich bei Traumwetter los – durchs Pfitscher Tal und zu unserem ersten Highlight - das Pfundererjoch, höchster Punkt der Tour mit 2568m.
Aber erst mal hieß es ab Gossensaas Schotterpisten mit anhaltender, anstrengender Steigung und fast ohne Ruhepassagen zu bewältigen, 300 Höhenmeter unterm Joch wurde dann der Schotterweg zu einem steinigen Pfad. Mit mehr oder weniger Schieben erreichten wir das dicke Schneefeld am Joch. Die herrliche Aussicht belohnte uns für alle Mühen. Bergab mussten wir nur kurz durch den Schnee und zu steiles Gelände schieben, doch dann hatten wir eine schöne und anspruchsvolle Abfahrt die zum größten Teil auch fahrbar war. An der Weitenbergalm gönnten wir uns ein Mittagessen, bevor wir weiter ins Pustertal nach Vintl abfuhren. Der zweite Teil der Tagesetappe war die Verbindung von Vintl nach St. Virgil, dass uns noch mal 700 Höhenmeter kostete. In der Pfarre Enneberg oberhalb von St. Virgil fanden wir ein kleines Gasthaus mit wunderbarem Ausblick und einem üppigen Abendessen. Blöderweise hatte ich mir an einem Eiscafè beim 2.Stop den Magen verdorben und mir war hundeelend! Aber die Kollegen zwängten mein Essen auch noch mit rein. An diesem Tag schafften wir 2300 Höhenmeter und 70 km.
Am nächsten Morgen saßen wir schon viel früher im Sattel, denn es waren für den späten Nachmittag Gewitter angesagt. Bei herrlichem Wetter radelten wir erst mal gemütlich hinauf zur Pederühütte und von da an gings wieder zur Sache: steile Schotterpisten bis hinauf zur Faneshütte, die in einer wunderschönen Nationalparklandschaft liegt. Nach einer kurzen Pause folgte die Auffahrt zum Limojoch und weiter über die Hochfläche Richtung St. Kassian.
An der Abbruchkante mussten wir dann leider erst mal wieder mehrere Höhenmeter bergab schieben bis der Weg wieder fahrbar wurde. Die Abfahrt zum mondänen St. Kassian hatten wir im nu hinter uns und gönnten uns bei sommerlichen Temperaturen ein Mittagessen. Für die kommende Nacht hatte ich ein Lager auf der Schlüterhütte reserviert. Vorsichtshalber, denn meine Devise lautete, wenn das Wetter zu schlecht wird oder wir zu viele Pannen hätten, würden wir schon vorher übernachten. Zumal ich den folgenden Abschnitt nicht kannte und nicht hundertprozentig wusste, was auf uns zukommen würde.
Von St. Kassian umrundeten wir die Kreuzkofelgruppe und ab Pedraces galt es noch einen Berg nach Campill zu überwinden. Leider entpuppte er sich steiler und länger als gedacht, aber trotzdem waren wir schon um 15 Uhr in Campill. Die Frage lauteten: sollten wir noch hoch zur Schlüterhütte oder übernachten wir hier, hält das Wetter oder geraten wir in ein Gewitter? Aber irgendwie wollten alle weiter und so packten wir halt noch mal 1000 Höhenmeter. Der ansässige Wirt meinte noch, es wären unterwegs genügend Heuhütten zum unterstellen und gute Radler bräuchten nur 1 ½ Stunden. Also dann! Wie jedes Mal wurde es wieder tierisch steil, aber doch gut fahrbar. Meine Verschnaufpausen wurden dann halt doch länger und die Kollegen mussten warten. Aber irgendwie schraubt man sich höher und höher. Außerdem blühten die Wiesen wunderschön und die Aussicht war auch traumhaft. Kurz unterm Kreuzkofeljoch, 20 min. vor der Hütte erwischte uns dann doch noch das schlechte Wetter. Zum Glück war tatsächlich ein Heuschober parat und nach einer halben Stunde hatte sich der Regen verzogen. Unterhalb den Kreuzkofeljochs (2344m) lag wunderschön endlich die Schlüterhütte. Leider bekamen wir das volle Bergpanorama mit den Geisslerspitzen nicht oder nur vage zu Gesicht, denn die Berge waren in Wolken.
Der Hüttenwirt begrüßte uns gleich freundlich und im Freiausschank stießen wir erst mal auf unsere super Leistung an! Immerhin schafften wir über 2500 Hm und 65 km. Ich war jedenfalls glücklich. Eine andere Bikergruppe hatten einen Verletzten – Nasenbeinbruch und Schürfwunden und fuhr trotzdem weiter. Das blieb uns zum Glück erspart.

Der nächste Morgen zeigte sich leider mit wolkenverhangenen Bergen- der Wetterbericht sagte aber erst wieder für den Spätnachmittag Gewitter an. Unsere Tagesetappe ist ein Teilstück der „Ronda Grande“ – eine harte MTB-Runde durch die Dolomiten. In der Beschreibung war schon manchmal die Rede von Schiebestücken, aber dass es dann so krass wurde, hätte ich nicht gedacht. Was müssen das für Biker sein, die sich so was ausdenken! Von der Schlüterhütte geht es erst mal ein paar Kilometer auf Schotter bergab, dann an der „Glatsch Alm“ steil hoch bis man zum „Adolf-Munkel-Weg“ kommt – und der zieht sich traumhaft an der Bergkette der Geissler Spitzen bis zur „Broglesalm“ bzw. „-sattel“ entlang. Nur waren die Schiebestücke doch zu heftig. Ab dem Sattel wird es dann besser. Es folgte ein kilometerlanger Panoramaweg, bei dem die Berge leider nur teilweise zu sehen waren. Ab der „Hl. Kreuz-Kapelle“ oberhalb St. Ulrich hieß es noch ein „steinernes Meer“ zu bewältigen und die Abfahrt nach St. Peter war dann noch richtig schön. Aber leider nicht für Mathias, denn seine Scheibenbremsen gaben den Geist auf. Für ihn war damit die Tour zu Ende und er fuhr im Tal entlang nach Kastelruth.
Wir hatten aber noch einen Aufstieg zur „Seiser-Alm“ durch die „Pufler Schlucht“ zu stemmen. Und wieder: Kurz vorm Ziel erwischte uns der Gewitterregen. Doch eine halbe Stunde später konnten wir eine 2 Personen Hütte und Mansardenzimmer im Gasthof „Ritsch-Schweige“ zu einem super Halbpensionsradlerpreis beziehen. Außerdem durften wir die Sauna mit Wasserfalldusche benutzen und das Essen war hervorragend! An diesem Tag schafften wir ca 1600 Hm.
Bei der allabendlichen Etappenbesprechung beschlossen wir, am nächsten Tag nach Kastelruth ab zu fahren und nicht wie ursprünglich geplant noch den „Schlern“ mit zu nehmen. Das Wetter wurde noch unbeständiger, die Abfahrten würden durch den Regen noch schwieriger werden und und und. Letztendlich war es die richtige Entscheidung, denn bei der Abfahrt von der Seiser Alm bewölkte sich der Berg zusehends.
In Kastelruth trafen wir auf Matthias und wieder auf Richard, der sich am Anfang der Tour bereits verabschiedet hatte und uns einen privaten Abholservice bietete. Perfekt.
Am späten Nachmittag erreichten wir wohlbehalten Weiden.








Autor: Renate Löw, Juli 2008
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